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Genossenschaftswesen
In Südtirol wird seit dem 16. Jahrhundert Apfelanbau betrieben. Mittlerweile leben über 7.000 landwirtschaftliche Familienbetriebe davon und bewirtschaften eine Fläche von rund 18.400 Hektar Land. Das bedeutet rund 2,5 Hektar Fläche pro Apfelbauer, was verhältnismäßig wenig ist. Diese klein strukturierte Südtiroler Apfelwirtschaft zählt allerdings zu den großen: 50 Prozent aller auf dem italienischen Markt verkauften Äpfel stammen aus Südtirol. Der Marktanteil in Europa liegt bei 10 bis 12 Prozent, am Weltmarkt sind es 2 Prozent.
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Erfolgreich durch gemeinsam genutzte Strukturen
Der heutige Erfolg baut auf das hoch entwickelte und anpassungsfähige Netzwerk auf, das sich aus der Zusammenarbeit von Produzenten, Genossenschaften, Verbänden, Forschungseinrichtungen und landwirtschaftlichen Beratungsdiensten sowie öffentlichen und privaten Akteuren ergibt. Das sogenannte Lern- und Innovationsnetzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (LINSA) gilt heute weltweit als mustergültiges Modell und hatte seinen Anfang nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals war Südtirol verarmt und die Produzenten erkannten, dass sie zusammen arbeiten mussten. Grundlage der Kooperation sind die Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Mitgliederförderung.
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Verbesserung der Qualität durch Bündelung und Forschung
Mit dem Zusammenschluss mehrerer kleiner Genossenschaften zum VOG (Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften) und VI.P (Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse) wurde das Ziel verfolgt, die Wettbewerbsfähigkeit aller zu steigern. Zudem entstanden neue Genossenschaften, um die von den Apfelbauern gelieferten Äpfel zu lagern und zu vermarkten. Zur Unterstützung der Produktion wurden verschiedene Forschungseinrichtungen, wie beispielsweise das Versuchszentrum Laimburg, gegründet. Heute sind bei VOG 16 und bei VI.P 7 Genossenschaften zusammengeschlossen. Rund 95% der jährlichen Ernte wird genossenschaftlich vermarktet. Mit diesem Modell setzt die Südtiroler Apfelwirtschaft Maßstäbe in der Landwirtschaft, was auch die aktuelle Studie der FAO  (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bestätigt.
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